Corona-Finanzhilfe

Stand 22. Mai 2020.


Unterstützung für den Kultursektor

Sämtliche Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bleiben mindestens bis Ende August 2020 verboten und zahlreiche Kulturinstitutionen bis mindestens am 8. Juni 2020 geschlossen. Um die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus im Kultursektor abzufedern, haben der Bundesrat und der Regierungsrat des Kantons Zürich ein umfassendes Massnahmenpaket in Kraft gesetzt. Die bisher bis zum 20. Mai 2020 befristeten Massnahmen hat der Bundesrat um vier Monate bis zum 20. September 2020 verlängert.

Finanzielle Unterstützung auf Antrag erhalten gewinnorientierte und nicht gewinnorientierte Kulturunternehmen, Kulturschaffende sowie Kulturvereine im Laienbereich, sofern auf sie die ergänzenden Massnahmen für den Kultursektor anwendbar sind (siehe unten).

Auf unserer Webseite bieten wir Ihnen einen Überblick zu den vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen und zu den Beschlüssen des Regierungsrates des Kantons Zürich. Bitte beachten Sie die Fristen für die Einreichung von Unterstützungsgesuchen. Dateilinformationen und weiterführende Links finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Kultur und auf der Webseite der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich.

1. Welche Kulturbereiche werden unterstützt?

Der Bundesrat bestimmt in der Verordnung über die Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) im Kultursektor (COVID-Verordnung Kultur) die kulturellen Akteure und Tätigkeiten, auf die die ergänzenden Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie anwendbar sind wie folgt (siehe Merkblatt des Bundesamtes für Kultur):

Darstellende Künste und Musik

Darstellende Künste im engeren Sinne und deren Vermittlung; Erbringung von Dienstleistungen für Darstellende Künste und Musik; Betrieb von Kultureinrichtungen im Bereich der Darstellende Künste und der Musik; Tonstudios. Und zwar in den Bereichen: Theater, Oper, Ballett, klassische und zeitgenössische Konzerthäuser und -lokale, Orchester, Musiker, Sängerinnen und Sänger, Chöre, Tänzerinnen und Tänzer, Theaterensembles, Tanzcompanies.

Von der Regelung ausgenommen sind: das Verlegen von bespielten Tonträgern und Musikalien, die Herstellung von Musikinstrumenten, der Handel mit Musikinstrumenten; Discotheken, Dancings, Nachtklubs.

Design

Ateliers und Studios für unter anderem Textil-, Objekt-, Schmuck-und Grafikdesign.
Von der Regelung ausgenommen sind: Architekturbüros.

Film

Die Herstellung von Filmen und deren Vermittlung, Filmtechnik, Filmverleih und – vertrieb; Betrieb von Kinos.
Von der Regelung ausgenommen sind: Handel mit bespielten Ton- und Bildträgern; Videotheken.

Visuelle Kunst

Tätigkeiten im Bereich der bildenden Kunst (inklusive interaktive Medienkunst und Fotographie) und deren Vermittlung.
Von der Regelung ausgenommen sind: Betrieb von Fotolabors; Kunsthandel; Handel mit Antiquitäten.

Literatur

Literarisches Schaffen (inklusive literarisches Übersetzen) und dessen Vermittlung.
Von der Regelung ausgenommen sind: Drucken und das Verlegen von Büchern; Handel mit Büchern; Bibliotheken; Archive.

Museen

Öffentlich zugängliche private Museen und Sammlungen.
Von der Regelung ausgenommen sind: Betrieb von historischen Stätten und Gebäuden.

2. Welche Finanzhilfe wird Kulturunternehmen, Kulturschaffenden und Laien-Vereinen gewährt?

Hilfe für Kulturunternehmen

Den Kulturunternehmen stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Zu den generellen Massnahmen zählen der Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung sowie Überbrückungskredite zur Liquiditätshilfe, Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungsbeiträgen, Liquiditätspuffer im Steuerbereich, Rechtsstillstand über Schuldbetreibung und Konkurs.

Entschädigung für Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen , Projekten usw.:
Kulturunternehmen mit Sitz im Kanton Zürich, denen aus der Absage oder der Verschiebung von Veranstaltungen oder Projekten bzw. aus Betriebsschliessungen ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, können bis spätestens 20. September 2020 beim Kanton eine Entschädigung beantragen. Die Ausfallentschädigung deckt höchstens 80 Prozent des finanziellen Schadens

Nothilfe:
Zur Sicherstellung der Liquidität können nicht gewinnorientierte Unternehmen mit Sitz im Kanton Zürich, die Nothilfe benötigen ausserdem beim Kanton bis spätestens 20. September 2020 ein rückzahlbares zinsloses Darlehen als Soforthilfe beantragen. Die Darlehen belaufen sich auf höchstens 30 Prozent der Erträge des Unternehmens gemäss der letzten revidierten Jahresrechnung. Gewinnorientierte Unternehmen können zur Sicherstellung der Liquidität ihres Unternehmens bei ihrer Bank einen Überbrückungskredit als Liquiditätshilfe beantragen. Der Bund bürgt für den Kredit.

Detailinformationen, Formulare und weiterführende Links siehe Bundesamt für Kultur.

Hilfe für Kulturschaffende

Selbstständige Kulturschaffende, die einen Erwerbsunterbruch erleiden, weil ihre Engagements wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus annulliert wurden oder weil wie einen eigenen Anlass absagen müssen oder mussten, stehen  verschiedene Instrumente zur Verfügung, um den wirtschaftlichen Schaden abzufedern.

Erwerbsausfallentschädigung:
Selbstständige Kulturschaffende mit Wohnsitz im Kanton Zürich können für ihre Erwerbsausfälle in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung (EO) bei der AHV-Ausgleichskasse des Kantons Zürich eine Entschädigung beantragen. Die Formulare finden Sie auf der eidgenössischen AHV/IV-Webseite.

Nothilfe:
Selbstständige Kulturschaffende können bis spätestens 20. September 2020 Nothilfen zur Deckung Ihrer unmittelbaren Lebenshaltungskosten beantragen. Die Nothilfe beträgt höchstens 196 Franken pro Tag und muss nicht zurückbezahlt werden. Beantragt werden kann sie beim Verein Suisseculture Sociale. Der Antrag setzt keine Mitgliedschaft voraus.

Ausfallentschädigung für Veranstaltungen, Projekte usw.:
Selbstständige Kulturschaffende mit Wohnsitz im Kanton Zürich, denen aus der Absage oder der Verschiebung von Veranstaltungen oder Projekten bzw. aus Betriebsschliessungen ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, können bis spätestens 20. September 2020 bei der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich eine Entschädigung beantragen. Die Ausfallentschädigung deckt höchstens 80 Prozent des finanziellen Schadens.

Detailinformationen, Formulare und weiterführende Links siehe Bundesamt für Kultur.

Hilfe für Kulturvereine im Laienbereich

Finanzhilfe bei Veranstaltungsausfällen oder -verschiebungen:
Laien-Kulturvereine in den Bereichen Musik und Theater (inkl. Tanz, Volkstanz, Trachtengruppen, Jodel), die  auf Grund von staatlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) Veranstaltungen des Vereins absagen oder verschieben mussten, können  zur Abfederung des finanziellen Schadens eine Finanzhilfe beantragen.

Die Entschädigung beträgt höchstens 10 000 Franken pro Kulturverein, abhängig von der Höhe des finanziellen Schadens und der Zahl der vertretenen Aktiven. Der Antrag ist mittels Gesuchsformular bis spätestens 20. September 2020 einzureichen, und zwar je nach Tätigkeit beim Schweizer Blasmusikverband SBV, der Schweizerischen Chorvereinigung SCV oder dem Zentralverband Schweizer Volkstheater ZSV. Der Antrag setzt keine Mitgliedschaft in einem dieser Vereine voraus.

Detailinformationen, Formulare und weiterführende Links siehe Bundesamt für Kultur.

3. Massnahmen des Regierungsrates des Kantons Zürich

Mit dem Regierungsratsbeschluss 262 (18. März 2020) hat der Regierungsrat Massnahmen für den Kulturbereich beschlossen. Im Rahmen einer Soforthilfe stellt er 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds zur Verfügung. Mit diesen Mitteln soll die Ausfallentschädigung von gemeinnützigen Kulturbetrieben, die bereits heute einen Unterstützungs- oder Betriebsbeitrag der öffentlichen Hand erhalten, gedeckt werden. Für die Ausfallentschädigung gilt, dass sie nur subsidiär zu den bereits bestehenden Unterstützungsleistungen, insbesondere Kurzarbeitsentschädigung und Bürgschaften, und den nun neu geschaffenen Unterstützungsinstrumenten des Bundes und des Kantons geleistet werden sollen. Zuständig für den Vollzug der Massnahmen des Regierungsrates für die Kulturförderung ist die Fachstelle Kultur des Kantons Zürich. Zuständig für den Vollzug der Massnahmen des Regierungsrates für kulturhistorische Institutionen ist das gemeinsame Gremium von Denkmalpflege und Staatsarchiv des Kantons Zürich.

Soforthilfe der Gemeinden für Selbstständigerwerbende

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat an seiner Sitzung vom 18. März 2020 unter anderem entschieden (Regierungsratsbeschluss 262), im Sinne einer Überbrückung aus der Jubiläumsdividende der Zürcher Kantonalbank Soforthilfen in der Höhe von 15 Mio. Franken für Selbstständigerwerbende als ausserordentliche Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Diese ist als Nothilfe für den täglichen Bedarf vorgesehen für Kleinstunternehmen vorgesehen, Voraussetzung ist der Wohnsitz im Kanton Zürich. Gesuchstellende müsen sich bei Ihrer Wohnsitzgemeinde melden.

Detaillierte Informationen für Selbstständigerwerbende zu Soforthilfe, zu Darlehen, zur Fristverlängerung zur Einreichung der Steuererklärung, zur Erstreckung von Zahlungsfristen usw. finden Sie auf der Webseite der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich .

Aktuelle Förderpraxis: Auszahlung bzw. Rückforderung von kantonalen Beiträgen

Veranstaltungsbeiträge:
Muss eine Veranstaltung, die die Fachstelle Kultur des Kantons Zürich unterstützt hat, infolge des Coronavirus abgesagt werden, so gilt folgende Regelung: Die Veranstaltenden müssen zuhanden der Fachstelle Kultur eine Schlussrechnung mit den tatsächlich angefallenen Kosten sowie den zugesagten Unterstützungsbeiträgen erstellen. Weist die Schlussrechnung keinen Einnahmenüberschuss aus, so wird der bewilligte Beitrag ausbezahlt bzw. der bereits ausbezahlte Beitrag nicht zurückgefordert.

Betriebsbeiträge:
Beitragskürzungen für nicht erbrachte Leistungen, also Veranstaltungen, die infolge des Coronavirus abgesagt werden mussten, sind nicht vorgesehen. Kulturinstitutionen, die einen mehrjährigen Betriebsbeitrag zugesichert haben, können den diesjährigen Beitrag bei finanziellen Engpässen vorzeitig einfordern.

Weitere Informationen siehe Fachstelle Kultur des Kantons Zürich.

Quellen: Bundesamt für Kultur, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, Suisseculture Sociale. Stand 22. Mai 2020.