Lasst tausend Blumen blühen

Politisch aufgewachsen bin ich Ende der 1970er-Jahre mit dem Tanz der Kulturleichen und der Inbesitznahme der Roten Fabrik für populäre Kultur. Heute engagiere ich mich gegen den Megatrend, Kultur- als Teilaspekt der Wirtschaftsförderung zu verstehen. Es freut mich, dass der Stadtzürcher Gemeinderat im Dezember 2018 meinem Antrag zugestimmt hat, 100’000 Franken für das auf dem Kochareal entstehende Zirkusquartier freizugeben. Wir müssen tausend solcher Blumen an tausend kleinen Orten blühen lassen, damit der Kanton Zürich überall und für alle lebenswert bleibt. Dafür braucht es eine andere Kulturförderung.
Walter Angst, Regierungsratskandidat AL (Alternative Liste)

Was ist Kultur?

Als erstes ich bin ein Befürworter der Kulturförderung. Nur ist es aus meiner Sicht enorm schwierig sie zu fördern und zwar so zu fördern, dass niemand vergessen geht.
Denn Kultur kann aus meiner Sicht so vieles sein. Es kann eine beschreiben wie Menschen zusammen leben, es kann Ausruck dafür sein wie wir mit etwas umgehen, Kultur ist Architektur usw.
Ich schätze das sehr und ich setze mich enorm dafür ein, dass man seine, unsere Kultur nicht vergisst. Im Zuge der Globalisierung, der Digitalisierung prallen so viel “fremde” und spannende Kulturen auf uns ein, dass wir nicht unsere eigene vergessen dürfen. Denn sie ist es, die aus uns das gemacht hat was wir heute sind.

Und das ist gut so!

Kultur ist Identität und Freiheit

Ob Oper, Musical oder Open Air. Ob Bildergalerie oder Fotomuseum. Die Kultur ist so vielfältig wie das Leben. Kultur bedeutet aber auch Freiheit, sich anzusehen was man möchte. Herzustellen, was einem gefällt. Selbst Fussball ist die Kultur des “kleinen Mannes”.

Was wäre ohne?

Kulturelles Schaffen hinterfragt, unterhält, regt an, verbindet. Was wäre ohne?

Keine Gesellschaft ohne Kultur

Alle, ausnahmslos alle Menschen auf der Welt sind in irgendeiner Form in eine Kultur eingebunden – Kultur ist für jede Gesellschaft, und sei sie noch so klein, so notwendig wie die Luft zum Atmen. Sie bildet die Basis für das menschliche Zusammenleben, sie ermöglicht Einsichten, Fortschritte, Vergewisserungen, neue Erkenntnisse, Reibungsflächen, Diskussionen, Streit, Positionen, Zusammenhalt, Bestätigung, Auseinandersetzung…
Kultur ist kein schönes Luxusprodukt, sie ist essentiell nötig – das zeigt ein Blick in die Vergangenheit von Völkern, die Krieg führen mussten und deren anschliessender Hunger nach Kultur schier unstillbar war. Das gilt für alle Formen von Kultur, für die Kleinkunst wie für die grosse Oper, für Laienaufführungen wie für Profiensembles, für die private Ausstellung wie für grosse Museen. Deshalb ist Kultur primär eine staatliche Aufgabe, die Ausgaben gehören ins reguläre Budget. Die Auslagerung in den Lotteriefonds kann keine Dauerlösung sein, denn sie degradiert die Kulturschaffenden zu Almosenempfängern und nimmt ihre Arbeit nicht ernst. Noch dazu wird die finanzielle Wertschöpfung, die die Kulturschaffenden erbringen, schlichtweg negiert; und dass sie sich für ihr Tun immer wieder rechtfertigen müssen und von ihnen ein hohes Mass von unendgeltlichem Engagement verlangt wird – gerne verwechselt mit Enthusiasmus – ist eine Schande für den reichen Kanton. Als langjährige Theaterschaffende weiss ich, wovon ich rede – ich setze mich gerne für jede Form von Kultur ein.

Rock it – Baby! Rock ist Kunst. Und Kunst darf laut sein. Dass man hört, dass sie zu fördern ist.

Es fing alles mit einem Telefon an: “Ciao, sono Marco Antognini…”, welcher mir dann erklärte, dass er eine geile Band am Start habe, welche da im Tessin am Jammen sei. Und so wurde ich Sponsor für Jahre von GOTTHARD. Mit Krokus verbindet mich viel, über 500 Polo Hofer-Konzerte… aber auch tolle Konzerte mit BAP, Lindenberg (gemeinsames Skizzieren) und vielen mehr… Ich bilde jährlich über 200 Event-Studenten aus (Event- und Sponsoringplaner mit Diplom, auf eidg. Ebene Event- und Promotionsmanager NDS HF) und bin Verwaltungsrat der Rock the Ring AG. Wir rocken das Zürcher Oberland – Jahr für Jahr. Queen, Nightwish, Fanta4, Santana, Uriah Heep, Krokus, Gotthard, Jan Delay, Bligg, Scorpions, Billy Idol… alle spielten Sie bei uns.
Rock ist Kunst. Und Kunst darf laut sein. Dass man hört, dass sie zu fördern ist.

Kultur – Der Spiegel an die Gesellschaft

Gerade alternative Kulturformen sollten mehr Unterstützung bekommen. Als Teil der LGBT* Community sehe ich immer wieder, wie wichtig Kultur ist, um sich (oft auch kritisch) mit unseren vorherrschenden Gesellschaftsnormen auseinanderzusetzen. Kultur ist für eine Aufzeichung, Weitergabe und Reflektion unserer Gesellschaft essenziell. Daher gehört sie vom Staat gefördert, sowohl die grosse instituionelle Kultur, wie aber auch alternative Kultur.

Selbstfeier des Lebens und seiner Würde

Kultur gibt es von Anbeginn unserer Gattung deshalb, weil dem Menschen zutiefst klar ist, dass sich sein Menschsein nicht in Effizienz, Karriere, Geld oder Alltag erfüllen kann. Er braucht anderes, was das Leben lebenswert macht. Kultur ist nichts anderes als die Selbstfeier des Lebens und seiner Würde.

Kultur – Geschichte

Als Mitarbeiterin des Stadtarchivs Zürich ist für mich klar: Archivgut ist Kulturgut! Ohne Archive keine Rechtssicherheit, keine Demokratie, keine Geschichte! Ohne Vergangenheit keine Zukunft.

“Kultur gründet in der Freiheit”

Kultur gibt gesellschaftlichen Fragestellungen neue Impulse und ermöglicht Erkenntnisgewinne. Als Vermittlerin unterschiedlicher Generationen und Lebensweisen übernimmt Kultur eine wichtige identitätsstiftende Funktion. Gleichzeitig stellt sie unserer Gesellschaft vielfältige Interpretationsspielräume zur Verfügung und darf dabei auch irritieren. Ich setze mich dafür ein, dass die künstlerische Freiheit gegenüber Eingriffen der Politik geschützt wird.