Geheimnis ausloten

Während «Kitsch» sofort alles sagt und keine zweite Betrachtung oder Lesung nötig macht, ist «Kunst» in dem Sinne geheimnisvoll, als ein Text wiederholt gelesen, ein Theater erneut angeschaut, ein Bild immer wieder betrachtet jedes Mal wieder etwas mehr an Substanz entdecken lässt und doch immer noch ein Geheimnis wahrt. Solche Kunst wird oft nicht gleich verstanden und kann sich als «sperrig» erweisen; da sie aber erst nach und nach auf volles Verständnis stösst, verdienen es Kunstwerke, die nicht sofort Erfolg haben, dass man ihnen langfristig die Chance zur Entdeckung gibt und sie langfristig unterstützt.

Für ein kulturelles Angebot, das von Diversität und Farbigkeit geprägt ist!

Eine Gesellschaft lebt unter anderem vom kulturellen Austausch, den Begegnungen und der Verarbeitung gesellschaftlicher Ereignisse in Kunst und Kultur. Es ist wichtig, Kultur und Kunst, insbesondere auch Kleinkunst und kleinere kulturelle Nischenangebote zu fördern und den Austuasch zwischen Kulturschaffenden und der Bevölkerung zu ermöglichen und zu fördern!

So ein grosses Wort

“Kultur”, so ein grosses Wort. So eine grosse Bandbreite. Vom Kind in der Bibliothek Glattfelden, welches die Bücherwelt zum ersten Mal entdeckt, zur Künstlerin, die ein Bild malt oder zum Dorffest, wo die unterschiedlichsten Welten aufeinander treffen. Kultur stiftet Identität und sie fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb braucht die Kultur gute Rahmenbedingungen, sie braucht finanzielle Unterstützung. Denn: Kultur ist so unverzichtbar wie Bildung,

weniger Staat – mehr kulturelle Freiheit

Als Miturheber der nationalen NoBillag-Initiative vertrete ich naheliegenderweise die Auffassung, dass Kultur nur wahrlich frei ist, wenn sie per se nicht vom Steuerzahler mitfinanziert werden muss. Das politisch-tendenzgerichtete Milieu weiter Künstlerkreise in der Schweiz lässt sich m.E. primär durch die enorme Nähe von Staatsfunktionären und Kulturakteuren erklären – was mit Blick auf die individuelle Freiheit des Steuerzahlers durchaus problematisch ist. Denn schliesslich ist Kultur ein – ja auch schöner – Luxus. Doch Luxus soll nicht vom Steuerzahler finanziert werden, ist der Staat doch primär dazu da, um Selbstjustiz in einem freien Land zu verhindern, und nicht, um Begehrlichkeiten von Einzelgruppen zu finanzieren. Denn selbstverständlich kann auch Kultur nach frei-marktwirtschaftlichen Gesetzen von Angebot und Nachfrage funktionieren. Es liegt am Einzelnen (nicht: Staat), dafür zu sorgen, dass es auch niveauvollere Angebote als nur Brot-und-Spiele-Saufveranstaltungen gibt. Denn auch für Stil und Niveau gibt es – Gott sei Dank – noch immer Nachfrage!

Mehr Kultur im Nationalrat

Bildung und Kultur sind unverzichtbare Bestandteile für das Funktionieren der Gesellschaft, es kann nicht sein, dass diese essentiellen Grundlagen für ein menschliches Miteinander einem ständigen Spardruck unterworfen, dem freien Markt überlassen oder sekundär behandelt werden. Im kulturellen Bereich gilt es,die gesetzten Standards einzuhalten und zu erweitern. Städte wie Winterthur sind auf ihr kulturelles Angebot angewiesen, um als Wohn-und Arbeitsstadt lebendig und attraktiv zu sein. Auch hier werde ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Mittel gerecht und fair eingesetzt werden: Kultur ist für alle da, nicht nur für wenige.

Kultur als Teil der Gesellschaft und der Wirtschaft

Zu einer lebendigen Gesellschaft und einer modernen Wirtschaft gehört auch der Kreativbereich. Kultur bereichert das Leben und ist ein Aktivposten, wenn es um Standortattraktivität geht. Ich setzte mich deshalb für eine aktive und vielfältige Kulturpolitik ein. Diese muss vermehrt auch das wirtschaftliche Potential der Kreativwirtschaft berücksichtigen. Ich habe mich daher im Kanton Zürich für die Film- und Medienförderungs-Initiative eingesetzt. Diese hat zwar keine Mehrheit erlangt, aber ich bin überzeugt, dass langfristig die Förderung des gesamten Kreativbereichs wichtig sein wird.

Keine Zukunft ohne Kreativität

Viele unserer Zukunfts-herausforderungen können wir nicht mehr mit den herkömmlichen Methoden lösen. Wir brauchen Raum für neue, kreative Lösungen: Bei neuen Wohnformen, für die Chancengerechtigkeit in der Bildung, bei der Bewältigung des Klimanotstandes. Die Kulturförderung muss deshalb die Phantasie beflügeln, Utopien zulassen und Visionen entwickeln. Die Kinder und die Jugend sind unsere Zukunft, und deshalb muss kreatives Schaffen insbesondere in der Schule und der Kinder- und Jugendarbeit unterstützt werden und der dafür notwendige Raum zur Verfügung stehen.

Kultur braucht Raum

Kultur ist kein Privileg und auch kein „Nice-to-have“, sondern bestimmt unsere Identität und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Damit sich Kultur entwickeln kann, braucht sie Raum – im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Die Politik ist gefordert, diese Räume zu ermöglichen.

Kultur als Kohäsion der Schweiz

4 verschiedene Sprachen, 26 verschiedene Kantone und Verfassungen und eine noch viel grössere Kulturvielfalt – das macht die Schweiz aus! Der Erhalt der unterschiedlichen Kulturen der Schweiz und hoffentlich das Interesse des Bürgers, sich in andere Kulturen der Schweiz hineinzuversetzen, führt zur wichtigen Kohäsion der Schweizerischen Gesellschaft.

Kultur verbindet, baut Brücken

Unsere Gesellschaft ist fragmentiert und setzt mehr und mehr auf die individuellen und spezifischen Bedürfnisse von einzelnen Guppierungen. Das muss nicht schlecht sein, denn es entsteht Vielfalt. Es braucht aber die Kultur, die diese Gruppierungen immer wieder verbindet, Brücken entstehen lässt, wo vorher keine waren. Immer wieder von neuem, immer wieder kreativ und immer wieder anders. Dieses verbindende Element ist es letztlich, das auch Kulturförderung zu einem unabdingbaren Element unserer politischen Arbeit macht.