Covid-19-Regelungen für kulturelle Tätigkeiten seit 26. Juni 2021

Aktualisiert am 30.6.2021.

Seit 26. Juni 2021 sind bei Veranstaltungen mit Publikum und kulturellen Tätigkeiten Lockerungen in Kraft

Überblick

Erstellt von Pro Kultur Kanton Zürich am 28.6.2021 (ohne Gewähr auf Vollständigkeit).

Seit Samstag, 26. Juni 2021, sind die Massnahmen gegen das Coronavirus stark reduziert und vereinfacht. So werden unter anderem die Homeoffice-Pflicht und die Maskenpflicht im Freien aufgehoben. Ausserdem können in Restaurants wieder beliebig viele Personen zusammensitzen und Grossveranstaltungen mit Zertifikat ohne Beschränkungen von Kapazität und Anzahl Personen stattfinden. Die nachfolgende Zusammenstellung soll eine Orientierungshilfe bieten, ohne Gewähr auf Vollständigkeit. Weiterführende und verbindliche Informationen finden Sie unter nachfolgenden Links.

Kanton Zürich

Aktuelle Massnahmen des Kantons Zürich.

Bund

Regeln für Veranstaltungen

1. Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat

Bei Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat gilt:

Anzahl Personen unbeschränkt, keine Maskenpflicht

Für Veranstaltungen, zu denen der Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat begrenzt ist, gelten neu keine Beschränkungen mehr, auch nicht für Grossveranstaltungen. Es besteht keine Maskentragpflicht. Es können also bereits ab dem 26. Juni wieder Veranstaltungen mit mehr als 10’000 Personen stattfinden und die Kapazität kann voll genutzt werden. In einem Schutzkonzept muss unter anderem festgelegt werden, wie der Zutritt auf Personen mit Zertifikat beschränkt wird.

Veranstaltungen ab 1000 Personen bewilligungspflichtig

Veranstaltungen ab 1000 Personen benötigen eine kantonale Bewilligung. Der Regierungsrat hat den Bewilligungsprozess für die Grossveranstaltungen definiert. Gesuche können zentral bei der Staatskanzlei eingegeben werden. Diese leitet des Gesuch an die zuständige Bewilligungsinstanz weiter. Alle weiteren Informationen zu Veranstaltungen ab 1000 Personen entnehmen Sie dem entsprechenden Merkblatt des Kantons Zürich (runterscrollen bis «Öffentliche Veranstaltungen – Merkblatt Bewilligungen für Grossveranstaltungen» >>>.

Diskotheken und Tanzlokale

Diskotheken und Tanzlokale dürfen wieder öffnen, wenn der Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat beschränkt wird. Auf die in der Konsultationsfassung vorgeschlagene Beschränkung auf 250 Personen und die Erhebung von Kontaktdaten wird verzichtet. Wie bei allen Einrichtungen, deren Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat eingeschränkt sind, entfällt die Maskenpflicht.

Internationale Kompatibilität des Covid-Zertifikats

Der Bundesrat hat als Schengen-Weiterentwicklung zwei Verordnungen der EU zum digitalen Covid-Zertifikat der EU übernommen. Der Anerkennungsprozess des Schweizer Zertifikats durch die EU ist lanciert. Während einer sechswöchigen Übergangsphase ab 1. Juli ist davon auszugehen, dass im EU-/EFTA-Raum auch andere Nachweise akzeptiert werden. Es ist deshalb wichtig, sich vor einer Reise über die genauen Einreisebestimmungen zu informieren.

2. Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat

Bei Veranstaltungen, bei denen kein Covid-Zertifikat vorausgesetzt wird, gilt Folgendes:

Anzahl Personen beschränkt

Belegung: Die Kapazität der Örtlichkeit kann bis zu zwei Dritteln genutzt werden – drinnen wie draussen. Zudem gilt:

    • wenn eine Sitzpflicht verfügt wird, dann dürfen max. 1000 Personen an der Veranstaltung teilnehmen, und zwar drinnen wie draussen.
    • wenn die Menschen stehen oder sich bewegen, dann können drinnen maximal 250 und draussen maximal 500 Besucherinnen und Besucher eingelassen werden.
Maskenpflicht nur in Innenbereichen

Drinnen gilt Maskentragpflicht und Abstandsregel.

    • Konsumation nur in Restaurationsbereichen
    • sofern die Kontaktdaten erhoben werden, darf auch am Sitplatz konsumiert werden.

Draussen gilt keine Maskenpflicht.

Tanzverbot

Veranstaltungen und Konzerte, an denen die Besucherinnen und Besucher tanzen, sind verboten.

Kulturelle Aktivitäten (ohne Veranstaltungen)

Für Personen, die kulturelle Aktivitäten ausüben, gibt es in Aussenbereichen neu keine Einschränkungen mehr. Bei Aktivitäten in Innenräumen müssen die Kontaktdaten erhoben werden. Die Maskenpflicht, die Pflicht zur Einhaltung des Abstands sowie die Kapazitätsbeschränkungen werden aufgehoben.

Restaurants: Gruppengrösse pro Tisch unbeschränkt

In Restaurants wird die Beschränkung der Anzahl Personen pro Tisch aufgehoben. In Innenbereichen gilt wie bisher eine Sitzpflicht während der Konsumation, der Abstand zwischen den Gruppen muss eingehalten werden. Die Kontaktdaten müssen weiterhin erhoben werden, es reicht allerdings ein Kontakt pro Gruppe. Auch die Maske ist weiterhin zu tragen, ausser wenn die Gäste am Tisch sitzen. In Aussenbereichen wird die Beschränkung der Grösse der Gästegruppen und die Sitzpflicht bei Konsumation aufgehoben. Der Abstand zwischen den Gästegruppen ist auch hier einzuhalten. Draussen müssen keine Kontaktdaten mehr erhoben werden.

Private Treffen: innen 30, aussen 50 Personen

An privaten Veranstaltungen können sich weiterhin höchstens 30 Personen in privaten Innenräumen und höchstens 50 Person in Aussenbereichen treffen.

Menschenansammlungen im öffentlichen Raum ohne Einschränkungen

Für Menschenansammlungen im öffentlichen Raum gelten keine Einschränkungen.

Homeoffice-Pflicht wird durch Empfehlung ersetzt

Die Homeoffice-Pflicht wird aufgehoben und durch eine Homeoffice-Empfehlung ersetzt; das Arbeiten vor Ort wird nicht mehr an die Pflicht zum repetitiven Testen gebunden.

Maskenpflicht an der Arbeit aufgehoben

An der Arbeit wird die generelle Maskenpflicht aufgehoben. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben weiterhin die Pflicht, die Arbeitnehmenden zu schützen. Sie entscheiden, wo und wann das Tragen einer Maske am Arbeitsplatz nötig ist. Auch in der Sekundarstufe II hebt der Bund die Maskenpflicht auf. Für Massnahmen an den Gymnasien, Fachmittelschulen und Berufsschulen sind wieder die Kantone zuständig.

Hochschulen, höhere Fachschulen und Weiterbildung ohne Personenbeschränkung

Die Personenbeschränkung für Präsenzveranstaltungen in der höheren Berufsbildung und in der Weiterbildung sowie an Fachhochschulen und Universitäten wird aufgehoben, ebenfalls ohne Pflicht zum repetitiven Testen.

Covid-19-Ausfallsentschädigungen: Kantonales Gesuchsportal wieder offen im September 2021

Nächste Gesuche können im Monat September 2021 eingereicht werden

Von Anfang bis Ende September 2021 wird das Gesuchsportal des Kantons Zürich, über das freischaffende und selbstständige Kulturschaffende für pandemiebedingte Ausfälle finanzielle Unterstützung beantragen können, wieder geöffnet sein. Bis dann bleibt es geschlossen.


Selbständige Kulturschaffende
können voraussichtlich vom 1. bis 30. September 2021 ein Gesuch um Unterstützung für finanzielle Schäden für den Zeitraum vom 1. Mai 2021 bis 31. August 2021 beantragen. Als Basis für die Berechnung ihres Ausfalls dürfen sie neu das beste der drei Vor-Corona-Jahre (2017 bis 2019) als Vergleichsjahr heranziehen (massgeblich sind die Steuererklärungen dieser Jahre). Der maximale Netto-Ertragsausfall ist auf 6100 Franken pro Monat begrenzt (80% von 7800 Franken). Achtung: Die Eingabefrist endet am 30. September Mai 2021.


Freischaffende Kulturschaffende
können voraussichtlich vom 1. bis 30. September 2021 ein Gesuch um Unterstützung für finanzielle Schäden für den Zeitraum vom 1. Mai 2021 bis 31. August 2021 beantragen. Sie dürfen sich für die Schadensberechnung auf das versicherte Einkommen der Arbeitslosenversicherung stützen. Achtung: Die Eingabefrist endet am 30. September Mai 2021.


Kulturunternehmen
können vom 1. bis 30. September 2021 ein Gesuch um Unterstützung für finanzielle Schäden für den Zeitraum vom 1. Mai 2021 bis 31. August 2021 beantragen.


Die offiziellen Informationen des Kantons Zürich zu Corona-Hilfen im Kulturbereich finden Sie hier >>>

Covid-19: Mehr Publikum zugelassen – gleiche Regeln für Profis und Amateurbereich

Medienmitteilung der Taskforce Culture vom 24. Juni 2021

Die Taskforce Culture begrüsst den vom Bundesrat verkündeten Öffnungsschritt – einige wichtige Fragen im Zusammenhang mit dem Covid-Zertifikat bleiben bestehen

Der am 23. Juni beschlossene “fünfte Öffnungsschritt” bringt auch für die Kultur weitere substanzielle Erleichterungen, und zwar sowohl für den Profi- als auch für den Amateurbereich. Es ist erfreulich, dass viele Anliegen der Taskforce Culture – u.a. betreffend Kapazitätsbeschränkungen – in die überarbeitete Verordnung eingeflossen sind und die Anliegen des Kultursektors in wichtigen Punkten berücksichtigt wurden. Durch die Lockerungen für Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat sind aber Unklarheiten betreffend Testkapazitäten und Kostenübernahme umso dringender und im Sinne der Kultur zu klären.

Die Stossrichtung stimmt: Kulturveranstaltungen können wieder mit deutlich mehr Publikum und unter weniger strengen Auflagen stattfinden. Erfreulich ist auch, dass nun die gleichen Regeln für Profis und den Amateurbereich gelten. Auch Laien können nun wieder richtig proben und auftreten. Die kurzfristig und wider Erwarten neu formulierten Regeln und zusätzlichen Lockerungen bedürfen nun einer genauen Betrachtung durch die Akteurinnen und Akteure im Kultursektor, damit sie umgesetzt werden können. Hier stellen sich zum jetzigen Zeitpunkt einige Fragen in der praktischen Anwendung.

Offene Fragen zum Covid-Zertifikat

Ungeklärt ist, inwiefern Bund und Kantone bei Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat die Testkosten für Tests übernehmen und ob in den Regionen, wo Grossveranstaltungen stattfinden, ausreichend Testkapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Wenn der Bund das Testen anordnet, müssen auch die entstehenden Kosten übernommen werden. Offene Fragen u.a. im Zusammenhang mit der Bereitstellung ausreichender Testkapazitäten durch Bund oder Kantone sowie deren Finanzierung, schwächen das Konzept des Zertifikats empfindlich. Es ist unabdingbar, dass das Testen eine valable Alternative darstellt.

Neu soll bei Veranstaltungen, die nur mit gültigem Covid-Zertifikat besucht werden dürfen, das Testmaterial für die vor Ort vorgenommenen Schnelltests vergütet werden. Dass hingegen die Kosten für die notwendige Testinfrastruktur und für das Fachpersonal vor Ort nicht übernommen werden sollen und auch nicht über die Ausfallentschädigungen geltend gemacht werden können, ist fragwürdig.

Planungssicherheit unverändert von grösster Bedeutung

Es kann nicht genügend betont werden, wie wichtig eine ausreichende Vorlaufzeit für Veranstaltungen ist. Bei allen Akteurinnen und Akteuren herrscht das Verständnis, dass ein Projekt aus epidemiologischen Gründen kurzfristig gestoppt werden muss; es darf jedoch nicht sein, dass die Rahmenbedingungen für eine kommende Phase erst wenige Tage vorher final bestimmt werden. Hier wünschen wir uns für alle Veranstaltungsarten und – Grössen eine frühzeitige Kommunikation der Rahmenbedingungen in der Zukunft.

Trotz der aktuell guten epidemiologischen Lage müssen die Kantone zudem den Schutzschirm für Publikumsanlässe rasch umsetzen, damit die Veranstaltenden die Planung mit ausreichender finanzieller Absicherung an die Hand nehmen können. Schliesslich braucht es nun rasch eine Perspektive für die Normalisierungsphase: Wann ist diese erreicht und welche Auflagen werden wie lange aufrechterhalten?

Eidgenössisches Parlament verlängert Finanzhilfen bis Ende 2021

Das Parlament hat folgenden Geschäften ohne grosse Diskussionen zugestimmt:

  • Nachtragskredite für die Ausfallentschädigung / Transformationsprojekte sowie für die Finanzhilfen für Kulturvereine im Laienbereich;
  • Kredit für den Schutzschirm für Publikumsanlässe (Ausfallversicherung für grosse Anlässe wie beispielsweise Festivals);
  • Verlängerung der Corona-Erwerbsausfallentschädigung für Selbstständigerwerbende bis Ende 2021

Es ist bedauerlich, dass die Verlängerung der Unterstützungsmassnahmen für die Kultur bis Ende April 2022 in der Sommersession knapp gescheitert ist, obwohl bereits seit Langem absehbar ist, dass bis Ende Jahr im Kulturalltag noch keine Normalität herrschen wird.

Wenigstens soll nun der coronabedingte Mehraufwand (z.B. Infrastrukturkosten, zusätzliches Personal usw.) bei durchgeführten Veranstaltungen über die Ausfallentschädigung vergütet werden. Dieser Mehraufwand wird sicher teilweise auch Anfang 2022 noch anfallen. Zudem sind Veranstaltende auch vom internationalen Touring der Künstlerinnen und Künstler abhängig. Das Tournee-Geschäft kommt aber erst langsam wieder in Gang, eine Normalisierung ist nicht vor Frühjahr/Sommer 2022 zu erwarten. Auch sind viele Kulturschaffende zusätzlich auf private Anlässe und Corporate-Shows angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. In diesem Bereich zeichnet sich noch keine Erholung ab und so wird auch die Nothilfe für Kulturschaffende wohl noch länger eine notwendige Unterstützungsmassnahme bleiben.

Positionspapier betreffend Covid-Zertifikate der Taskforce Culture

Der Medienmitteilung der Taskforce Culture vom 8. Juni 2021 folgend

Positionspapier betreffend Covid-Zertifikate, Stand 08.06.21

Zum Covid-Zertifikat nimmt die Taskforce Culture eine klare und kritische Haltung ein. Diese vertritt sie bereits seit Wochen gegenüber Politik und Behörden und beinhaltet zusammengefasst folgende Punkte:

  • Das Covid-Zertifikat ist ein Dokument, das vor allem für die Ermöglichung internationaler Reisen eine Bedeutung haben wird – auch für Kulturschaffende.
  • Eine Verwendung im Kulturbereich in der Schweiz für eine klar definierten Übergangsphase ist sinnvoll, das Zertifikat sollte aber keinesfalls die einzige Lösung für die Durchführung von und Teilnahme an Kulturanlässen sein.
  • Das Covid-Zertifikat kann, falls praxistauglich umgesetzt, insbesondere die Durchführung von grossen Veranstaltungen und Tanzveranstaltungen in Clubs rasch wieder ermöglichen.
  • Den Veranstaltenden muss es weiterhin möglich sein, kulturelle Veranstaltungen auch mit herkömmlichen Schutzkonzepten durchführen zu können. Es darf keine Pflicht zum Einsatz des Covid-Zertifikats geben.
  • Ein Entscheid gegen die Verwendung des Zertifikats darf nicht dazu führen, dass Veranstaltende den Zugang zu den Entschädigungsmassnahmen verlieren.
  • Wird das Covid-Zertifikat eingesetzt, dürfen keine weiteren Auflagen wie Kapazitätsbeschränkungen, sitzende Konsumation oder Maskenpflicht gemacht werden.
  • Das Covid-Zertifikat muss einfach und schnell (auch kurzfristig) ausgestellt werden können.
  • Die Kosten für Infrastruktur, Personal und Tests beim Einsatz des Covid-Zertifikats werden von Bund und/oder Kantonen getragen.
  • Veranstaltende tragen keine Verantwortung, falls ein Gast ein gefälschtes Covid-Zertifikatvorzeigt und/oder es im Rahmen der Veranstaltung zu Ansteckungen kommt.
Kontroverse Diskussion innerhalb des Kultursektors

Die Verwendung des Covid-Zertifikats, wie sie am 19. Mai und 04. Juni 2021 vom Bundesrat präsentiert wurde, wird auch innerhalb des Schweizer Kultursektors kontrovers diskutiert. Wir sind der Ansicht, dass das Zertifikat eine wichtige Rolle für internationale Reisen spielt, gerade auch für Kulturschaffende. In einer klar definierten Übergangsphase und bei einer praxistauglichen Umsetzung kann es zudem die Durchführung von bestimmten Arten von kulturellen Publikumsanlässen erleichtern, namentlich Gross- sowie Club- bzw. Tanzveranstaltungen.

Keine einheitliche Lösung möglich

Gleichzeitig gibt es andere Veranstaltende, die Anlässe exklusiv für zertifiziertes Publikum grundsätzlich ablehnen. Ihnen darf daraus kein wirtschaftlicher Nachteil entstehen. Eine komplett einheitliche Lösung über alle Sparten und Veranstaltungsformen wird es somit nicht geben können. Dies sollen die Behörden respektieren.

Veranstaltungen müssen auch ohne Zertifikat möglich sein

Sobald die im 3-Phasen-Modell definierte dritte Phase erreicht ist, nach heutigem Stand voraussichtlich im September 2021, sollen sämtliche Auflagen zur Durchführung von Veranstaltungen schrittweise fallen. So kündigte es der Bundesrat Ende April mit der Präsentation des 3-Phasen-Modells an. Wir nehmen ihn beim Wort. Bis dahin muss die Durchführung kultureller Veranstaltungen auch weiterhin ohne Zertifikat, sondern mit den gängigen Schutzkonzepten, möglich sein.

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:
Kein Ausschluss – Zugang zur Kultur für alle

Das Zertifikat darf nicht zum «Kultur-Ausschluss» gewisser Personengruppen führen: Wir denken beispielsweise an Jugendliche, die noch nicht geimpft werden können. Deshalb muss von Beginn weg gewährleistet sein, dass sämtliche Personengruppen in der Lage sind, problemlos ein Zertifikat zu erhalten, unabhängig von gewissen Merkmalen oder ihres Status (z.B. indem auch nichtamtliche Ausweisdokumente akzeptiert werden). Der Zugang zu qualifizierten Tests – auch Antikörpertests – muss niederschwellig und kostenlos sein, die Kantone müssen die Testkapazitäten gewährleisten, um die erhöhte Nachfrage, etwa im Vorfeld einer grösseren Veranstaltung, bewältigen zu können.

Wahlfreiheit des Systems

Aus denselben Gründen müssen Veranstaltende frei wählen können, ob sie entweder mittels Zertifikat oder mit den gängigen Schutzkonzepten veranstalten wollen. Entscheidet sich eine Veranstalterin, das Covid-Zertifikat einzusetzen, so muss sie keine weiteren Auflagen wie Maskenpflicht, Abstand, Kapazitätsbeschränkungen oder sitzende Konsumation umsetzen (vgl. z.B. Eurovision Song Contest 2021 mit 3‘500 Zuschauerinnen und Zuschauern auf 3‘500 Sitzen ohne Maske). Dies muss für alle Anlässe gleichermassen gelten, unabhängig davon, wie viele Personen an einer Veranstaltung teilnehmen.

Beibehalten der Entschädigungsmassnahmen

Unabhängig davon sind Veranstaltende (wie auch Kulturschaffende) weiterhin auf die Entschädigungsmassnahmen angewiesen. Dieser Anspruch muss in jedem Fall bestehen bleiben. Bis die Kulturbranche wieder im «Normalbetrieb» ist, dauert es auf jeden Fall bis weit ins nächste Jahr hinein.

Klare und möglichst kurze Befristung

Das Covid-Zertifikat kann aus Sicht der Kulturbranche nur eine zeitlich befristete Übergangslösung bis zur Normalisierungsphase sein. In einer absehbaren wiedererlangten Normalität hat es nichts mehr zu suchen, wie auch keine der anderen Massnahmen.

Weitere offene Fragen

Schliesslich sind aus Sicht der Kultur noch zahlreiche, ebenfalls wichtige Fragen zur praktischen Handhabung offen: Zulassung zuverlässiger Selbsttests? Berücksichtigung und Finanzierung von Antikörper-Tests? Können die Kantone genügend Testkapazitäten zur Verfügung stellen, um den Ansturm vor grösseren Veranstaltungen zu bewältigen (auch damit man sich bei mehrtägigen Veranstaltungen nicht mehrmals testen lassen muss, gilt ebenfalls betreffend Personal)?

Kultursommer? Wichtige Geschäfte für die Schweizer Kultur in der eidgenössischen Sommersession

Medienmitteilung der Taskforce Culture vom 1. Juni 2021

Nur ein Ja zum Covid-19-Gesetz am 13. Juni garantiert die Weiterführung der notwendigen Entschädigungsmassnahmen

In der laufenden Session hat das eidgenössische Parlament wiederum über für die Kultur existentielle Geschäfte zu befinden: Mehr Mittel für Ausfallentschädigungen und Transformationsprojekte sowie für Finanzhilfen für Kulturvereine im Laienbereich, Mittel für den Schutzschirm sowie die Verlängerung des Corona-Erwerbsersatzes.

Der Kultursektor ist auch nach den bisher erfolgten Öffnungsschritten weit von einem Normalbetrieb entfernt. Die geltenden Einschränkungen im Kultursektor verunmöglichen nach wie vor ein kostendeckendes Veranstalten von kulturellen Anlässen. Engagements für Kulturschaffende sind immer noch dünn gesägt und auch die Vereine in der Laienkultur können ihren Aktivitäten zur Zeit nur mit grossen Einschränkungen nachgehen. Die Lage wird sich vermutlich frühestens im Verlaufe des Jahres 2022 wieder normalisieren. Gestützt auf die Anzahl gestellter Gesuche und die beantragten Höhen der Unterstützungsgelder sowie die bereits gesprochenen Gelder ist bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass das für das Jahr 2021 zur Verfügung stehende Budget bei Weitem nicht ausreicht.
Die gestern vom Bundesamt für Statistik BFS veröffentlichten Zahlen zeigen, dass sich während der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 die Zahl der Kulturschaffenden im Vergleich zum Vorjahr bereits um rund 5% verringerte. In den ländlichen Gemeinden war die Abnahme zudem fast dreimal so hoch wie in den Städten.

Ausfallentschädigung – Ein unverzichtbares Instrument

Die Ausfallentschädigung, deren Kosten zur Hälfte von Bund und Kantonen getragen werden, ist ein unverzichtbares Instrument für den Schweizer Kultursektor. Eine Erhöhung des Kostendachs um die beantragten CHF 140 Mio. ist für den Erhalt des kulturellen Lebens in der Schweiz deshalb unabdingbar. Es wäre kultur- und finanzpolitisch äusserst widersprüchlich und fatal, durch Ablehnung der Erhöhung diese essenzielle Überlebenshilfe vorschnell zu beenden, bevor die Kultur voraussichtlich 2022 wieder so etwas wie eine Normalität erreicht. Tausende von Arbeitsplätzen und eine Wertschöpfung in Milliardenhöhe würden in der Schweizer Kulturbranche fahrlässig aufs Spiel gesetzt.

Kulturelle Vielfalt dank vielfältiger Laienkultur

Die kulturelle Vielfalt ist in dieser Form nur möglich, weil die Schweiz über aktive und engagierte Vereine im Bereich der Laienkultur verfügt. Rund zwei Drittel der Bevölkerung gehen Aktivitäten im Laienkulturbereich nach (vgl. BAK-Taschenstatistik Kultur in der Schweiz 2020). Die Vereine sind wichtige Arbeitgebende für Profis wie Dirigentinnen, Choreografen oder auch Regisseurinnen und engagieren sich stark in der kulturellen Bildung. Nach wie vor gelten aber für den Amateurbereich starke Einschränkungen. Es ist deshalb wichtig, ihnen weiterhin die benötigten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen und den Rahmenkredit um die beantragten CHF 8 Mio. zu erhöhen, damit auch die Laienkultur erhalten bleibt.

Grosses Thema: Grossveranstaltungen

Das Planen von mittleren und grossen Veranstaltungen benötigt eine lange Vorlaufzeit (im Schnitt rund 6 – 9 Monate). In der gegenwärtig immer noch unsicheren Lage kann nur geplant werden, wenn eine Absicherung auf Entschädigung besteht, falls die Veranstaltung aufgrund gesundheitlicher Massnahmen nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden darf. Es ist zentral, dass das Parlament die benötigten Bundesgelder über CHF 90 Mio. für den Schutzschirm spricht. Danach liegt es an den 26 Kantonen, die Bundesverordnung rasch umzusetzen, damit diese Ausfallversicherung bereits für Sommerveranstaltungen die vom Parlament gewünschte Wirkung entfalten kann.

Verlängerung des Corona-Erwerbsersatzes

Rund zwei Drittel der Betriebe in der Kulturwirtschaft sind Einzelfirmen resp. Selbstständigerwerbende (vgl. BFS – Die Kulturwirtschaft in der Schweiz, 2020). Der Corona- Erwerbsersatz ist für diese Betriebe überlebensnotwendig, zumal die kulturspezifischen Unterstützungsmassnahmen (Ausfallentschädigungen, Nothilfe für Kulturschaffende) subsidiär, d.h. nur ergänzend zum Tragen kommen. Es ist deshalb unabdingbar, dass der Erwerbsersatz bis Ende 2021 verlängert wird.

Die rechtlichen Grundlagen für all diese Unterstützungsmassnahmen befinden sich im Covid- 19-Gesetz. Nur ein Ja der Stimmbevölkerung zu diesem Gesetz am 13. Juni garantiert die Weiterführung der notwendigen Entschädigungsmassnahmen für eine Branche, die noch lange nicht zurück im Normalbetrieb ist.

Über die Taskforce Culture: taskforceculture.ch

Die Kulturbranche sagt JA zum Covid-19-Gesetz am 13. Juni 2021

Argumentarium von Suisseculture

Ein kräftiges JA – auch für die Kultur!

  • Die Kulturbranche wird die begleitenden Wirtschafts- und Kulturmassnahmen noch mindestens bis Ende 2021 brauchen. Wer das Covid-19-Gesetz ablehnt, verunmöglicht die Unterstützung der am härtesten betroffenen Branchen: Kultur, Event, Gastro und Sport.
  • Legitime gesellschafts- und gesundheitspolitische Fragen können und sollen zu gegebener Zeit diskutiert werden. ABER: wer dem Bundesrat einen «Denkzettel» verpassen will, darf dafür nicht die am härtesten betroffenen Branchen abstrafen.
  • Das Covid-19-Gesetz ist kein Notrecht – es wurde mehrfach von National- und Ständerat beraten und immer mit grosser Mehrheit überwiesen. Der Vorwurf, der Bundesrat regiere «wie in einer Diktatur», ist absurd.
  • Das Covid-19-Gesetz ist nicht das Epidemiegesetz – an den gesetzlichen Vorschriften zur Impfung ändert die Ablehnung des Covid-19-Gesetzes nichts.

Die Kulturbranche braucht Unterstützung!

Mit den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie hat für den gesamten Kulturbetrieb ein nie dagewesener Ausnahmezustand begonnen. Rasch wurden im Sommer 2020 Massnahmen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen für Kulturunternehmen und Kulturschaffende aufzufangen. Diese Massnahmen wurden im September 2020 mit dem Covid-19-Gesetz in den normalen Gesetzesprozess überführt. Sie waren und sind weiterhin nötig, um die kulturelle Vielfalt unseres Landes für die Zeit nach der Pandemie zu bewahren.

Trotz all der Unterstützungsmassnahmen, nicht nur, aber insbesondere im Kulturbereich, ist jetzt schon absehbar, dass die Folgen der Covid19-Krise selbst beim optimistischsten Weiterverlauf noch lange Zeit spürbar sein werden. Ein Ja zum Referendum gegen das Covid-19-Gesetz würde bedeuten, dass laufende Massnahmen, darunter die Nothilfe für Kulturschaffende, die Ausfallentschädigungen für Kulturschaffende und -unternehmen oder die Härtefallentschädigungen für die Gastro- und Eventbranche per sofort gestoppt werden müssten. Dies hätte verheerende Auswirkungen für die Betriebe und ihre Angestellten.

Weite Teile der Kulturbranche sind auf lange Planungsphasen, internationale Vernetzung und grosses Publikumsvertrauen angewiesen. Selbst wenn alle Einschränkungen im Herbst 2021 aufgehoben würden, wird es durch die vielen Verschiebungen, die Unsicherheit internationaler Tourneen und den Produktionsstau seit dem Frühjahr 2020 noch lange dauern, bis wieder Normalbetrieb herrscht.

Das Notrecht ist längst vorbei – die demokratischen Prozesse funktionieren

Dem Referendumskomitee geht es nicht in erster Linie um die wirtschaftlichen Massnahmen im Gesetz. Und es ist richtig, auch in einer Krise nicht den Blick für grundlegende demokratische Werte zu verlieren: Einschränkungen von Grundrechten, wie das Abschaffen von Rechtsmitteln auf behördlichen Verfügungen oder die Einschränkung von politischen Rechten, werden gerade von der Kulturszene mit höchst kritischem Blick verfolgt.

Es ist auch wichtig festzuhalten: Das Covid-19-Gesetz ist temporär und wird am 31.12.2021 auslaufen. Dieses eingebaute Ablaufdatum bedeutet, dass die Debatten um allfällige Weiterführungen einzelner Bestimmungen dann geführt werden können, wenn sie effektiv vorgeschlagen werden. Eine Ablehnung des aktuellen Covid-19-Gesetzes ist dafür nicht nötig und wäre reine Symbolpolitik mit weitreichenden Konsequenzen für die Betroffenen.

Es geht nicht ums Impfen und es geht nicht um den Lockdown

Das Referendumskomittee wird nicht müde zu betonen, dass ein Impfobligatorium drohe, nur: daran ändert das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz nichts. Wie das Referendumskomittee selber schreibt, besteht die Grundlage für mögliche Impfmassnahmen nicht im Covid-19-Gesetz, sondern im Epidemiegesetz – das von der Stimmbevölkerung in der Volksabstimmung vom 22.9.2013 angenommen wurde.

Ein Nein zum Covid-19-Gesetz ändert an diesen Bestimmungen nichts.

Dasselbe gilt für alle Einschränkungen im Bereich von Veranstaltungen, Homeoffice, ÖV-Nutzung und Restaurants – auch diese sind im Epidemiegesetz verankert und eine Ablehnung des Covid-19-Gesetzes hätte nicht ihre Aufhebung zur Folge, sondern nur, dass die betroffenen Personen und Branchen nicht mehr finanziell für ihre Ausfälle entschädigt werden könnten.

Newsletter 4/2021 – Covid-19: Lockerungen – Finanzhilfen – Eingabefristen – Lagebericht

Liebe Mitglieder,
teure Unterstützerinnen und Unterstützer,
geschätzte Interessierte

Wir haben für Sie folgende Informationen betreffend Covid-19:

  1. Übersicht der Lockerungen ab Montag, 31. Mai 2021
  2. Überblick Covid-19-Finanzhilfen
  3. Reminder: Für Kulturschaffende endet Eingabefrist für Covid-19-Ausfallentschädigung am Montag, 31. Mai 2021
  4. Lagebericht der Taskforce Culture

Bis bald!

Im Namen des Vorstandes
Philippe Sablonier, Geschäftsleiter


  1. Übersicht der Lockerungen ab Montag, 31. Mai 2021

An seiner Sitzung vom Mittwoch, 26. Mai 2021 hat der Bundesrat weitere Öffnungsschritte für die Kultur beschlossen. Ausserdem hat er auf Juli und August 2021 weitere Lockerungen in Aussicht gestellt. Wir haben für Sie eine Übersicht der Massnahmen erstellt.

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  1. Überblick Covid-19-Finanzhilfen

Einen Überblick über die Finanzhilfen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 im Kultursektor finden Sie auf unserer Webseite.

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  1. Reminder: Für Kulturschaffende endet Eingabefrist für Covid-19-Ausfallentschädigung am Montag, 31. Mai 2021

Achtung: Die Eingabefrist für selbstständige Kulturschaffende für die Periode Februar bis April 2021 und für freischaffende Kulturschaffende für den Zeitraum von November 2020 bis April 2021 läuft am Montag, 31. Mai 2021 aus. Die Eingabefrist für Kulturunternehmen für den Zeitraum vom 1. Mai bis 31. August 2021 endet am 30. September 2021. Jene für den Zeitraum bis April 2021 ist bereits abgelaufen.

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  1. Lagebericht der Taskforce Culture

Für die meisten Kulturschaffenden und -unternehmen erlauben die gegenwärtigen Rahmenbedingungen nach wie vor keine künstlerisch oder finanziell tragbaren Veranstaltungen. Deshalb erwachen erst ganz kleine Teile der Schweizer Kultur-Branche aus dem künstlichen Koma. Auch wenn wir etwas mehr Licht am Ende des Tunnels sehen, ist es wichtig, jetzt auch die mittel- und langfristige finanzielle Unterstützung zu sichern, damit die kulturelle Vielfalt in der Schweiz erhalten bleibt. Ein Stolpern auf der Zielgeraden wäre fatal.

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Kultur stärken – jetzt Mitglied bei Pro Kultur Kanton Zürich werden!

Infos und Anmeldung hier >>>

Covid-19-Regelungen für kulturelle Tätigkeiten ab 31. Mai 2021

Aktualisiert am 27.5.2021.

 

Ab 31. Mai 2021 sind bei Veranstaltungen mit Publikum und kulturellen Tätigkeiten Lockerungen in Kraft

Da die Bedingungen, Verordnungen und Detailregelungen wöchentlich ändern und neben dem Bund auch die Kantone ihre eigenen Anpassungen vornehmen, ist es anspruchsvoll, den Überblick zu behalten. Die nachfolgende Zusammenstellung soll eine Orientierungshilfe bieten, ohne Gewähr auf Vollständigkeit. Weiterführende und verbindliche Informationen des Bundes finden Sie hier:

Medienmitteilung des Bundesrates vom 26. Mai 2021.

Verordnung des Bundesrates vom 26. Mai 2021.

Übersichtsgrafik.

Überblick

Erstellt von Pro Kultur Kanton Zürich am 27.5.2021 (ohne Gewähr auf Vollständigkeit)

Museen sind geöffnet. Kulturelle Veranstaltungen bis 300 Personen draussen und 100 Personen drinnen sind unter strengen Auflagen erlaubt, sofern die Sitz- und Maskenpflicht eingehalten und nicht mehr als die Hälfte der Kapazität des Veranstaltungsorts genutzt wird. Führungen in Museen, Treffen von Vereinsmitgliedern oder andere Veranstaltungen im Unterhaltungs- und Freizeitbereich bis 50 Personen sind erlaubt. Für Chöre, Singen, Blasmusik und lautem Sprechen gelten trotz Lockerungen besondere, einschränkende Bedingungen. Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre dürfen uneingeschränkt kulturelle Tätigkeiten mit Publikum ausüben. Diskotheken und Tanzlokale bleiben geschlossen.

Es wird weiterhin empfohlen, sich vor dem Besuch von Veranstaltungen und vor kulturellen Aktivitäten testen zu lassen.

Regeln für Veranstaltungen

Mit Publikum drinnen 100, draussen 300 Personen

  • Die maximale Anzahl Besucherinnen und Besucher ist beschränkt auf und 100 Personen drinnen – etwa für Kinos, Theater oder Konzerte und auf 300 Personen draussen – etwa für Open-Air-Konzerte usw.
  • Neu darf die Hälfte der Raumkapazität genutzt werden anstatt wie bisher bloss ein Drittel.
  • Es gilt eine Sitzpflicht und die Maske muss immer getragen werden. Die Sitzplätze bei Publikumsanlässen müssen nicht mehr fest zugeordnet werden, Maske und Abstand genügen.
  • Zwischen den Besucherinnen und Besuchern muss jeweils ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten oder ein Sitz freigelassen werden.
  • Konsumation ist verboten und von Pausen ist abzusehen.
  • An Publikumsveranstaltungen ist Essen und Trinken auf den Sitzplätzen erlaubt, wenn die Kontaktdaten aller Besucherinnen und Besucher erhoben werden.
  • Öffentliche Veranstaltungen wie Public Viewings oder Konzerte sind in Restaurationsbetrieben zulässig, sofern alle Vorgaben eingehalten werden, die für Restaurationsbetriebe gelten. In Innenräumen sind bei solchen Veranstaltungen höchstens 100 Personen zulässig, im Freien 300 Personen. Restaurants dürfen auch die Tische im Innern wieder besetzen. Es gilt: Abstand oder Abschrankung, maximal vier Personen pro Tisch, Erhebung der Kontaktdaten aller Gäste und Sitzpflicht. Auf der Terrasse sind neu Sechsertische möglich. Die Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr wird aufgehoben. Am Tisch muss keine Maske getragen werden, wer sich im Restaurant bewegt – drinnen und draussen – muss hingegen eine Maske tragen. Für das Personal gilt eine Maskenpflicht

Andere Veranstaltungen mit max. 50 Personen

Neben den bereits zulässigen privaten Veranstaltungen und den sportlichen und kulturellen Aktivitäten sind ab dem 31. Mai 2021 auch andere Veranstaltungen mit bis zu 50 anstatt wie bisher mit 15 Personen erlaubt. Dies betrifft beispielsweise Führungen in Museen, Treffen von Vereinsmitgliedern oder andere Veranstaltungen im Unterhaltungs- und Freizeitbereich. Dies gilt auch für private Anlässe wie Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern, die nicht in den eigenen privaten Räumlichkeiten stattfinden. Auch hier gilt Masken- und Abstandspflicht. Die Flächenvorgabe für Blasmusiken wird von 25 auf 10 Quadratmeter pro Person angepasst. Im Freien sind Chorkonzerte wieder zugelassen, im Amateur- und Profibereich.

Laienkultur: Gruppen bis zu 50 Personen erlaubt

Die Vorgaben für kulturelle Aktivitäten sind ab dem 31. Mai 2021 auch für Erwachsene im Amateurbereich gelockert, für Einzelpersonen oder für Gruppen mit bis zu 50 anstatt wie bisher bis zu 15 Personen. Draussen muss dabei entweder eine Maske getragen oder der erforderliche Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. In Innenräumen muss grundsätzlich sowohl die Maske getragen als auch der Abstand eingehalten werden. Aufführungen von Laienkulturschaffenden sind wieder möglich. Dabei gelten die Regeln für Publikumsanlässe. Es sind jedoch Ausnahmeregelungen für Aktivitäten vorgeschrieben, bei welchen keine Maske getragen werden kann, etwa beim Singen im Chor. In diesen Ausnahmefällen gelten strengere Abstandsvorgaben. Paartanz ist in Innenräumen ohne Maske nur in beständigen Gruppen von vier Personen erlaubt.

Bedingungen für Chöre, Singen, lautem Sprechen und Blasmusik

Erwachsenen sind Proben mit max. 50 Personen erlaubt. Kinder- und Jugendchören ist das Singen bis zum Alter von 20 Jahren uneingeschränkt gestattet. Im Freien sind Chorkonzerte wieder zugelassen, im Amateur- und Profibereich.

Bedingungen für Erwachsene im Freien:

  • mit Maske: kein Abstand erforderlich
  • ohne Maske: Abstand 1.5 m

Bedingungen für Erwachsene in Innenräumen:

  • Präsenzliste zwingend
  • Raum muss aussreichende Lüftung haben
  • mit Maske: Abstand 1.5 m
  • ohne Maske: mind 10 m2 Raumläche pro Person

Private Treffen: innen 30, aussen 50 Personen

Der Bundesrat erhöht die Limiten für private Treffen von 10 auf 30 in Innenräumen und von 15 auf 50 draussen.

Menschenansammlungen im öffentlichen Raum

Für Menschenansammlungen im öffentlichen Raum gelten keine Einschränkungen mehr.

Keine Homeoffice-Pflicht für Betriebe, die regelmässig testen

Die Homeoffice-Pflicht wird für jene Betriebe, die einmal pro Woche testen, in eine Homeoffice-Empfehlung umgewandelt. Um die Impfung der Belegschaft nicht zu gefährden soll die Rückkehr ins Büro schrittweise erfolgen. Seit dem 18. Januar 2021 gilt für Arbeitgeber die Verpflichtung, überall dort Homeoffice anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Tätigkeit möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Sobald alle Personen geimpft sind, die dies möchten (Beginn der Normalisierungsphase), soll die Homeoffice-Regel ohne Vorgaben zum repetitiven Testen gelockert werden. Die Regelung zum Schutz besonders gefährdeter Personen am Arbeitsplatz wird verlängert.

Home-Office-Pflicht für Betriebe ohne regelmässiges Testen

Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, Home-Office überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Die Arbeitgebenden schulden den Arbeitnehmenden keine Auslagenentschädigung etwa für Strom- oder Mietkosten, da die Anordnung nur vorübergehend ist.

Weitere Massnahmen am Arbeitsplatz
Wo Home-Office nicht oder nur zum Teil möglich ist, werden weitere Massnahmen am Arbeitsplatz erlassen: Zum Schutz von Arbeitnehmenden gilt in Innenräumen überall dort eine Maskenpflicht, wo sich mehr als nur eine Person in einem Raum aufhält. Ein grosser Abstand zwischen Arbeitsplätzen im gleichen Raum genügt nicht.

Schutz besonders gefährdeter Personen
Besonders gefährdete Personen werden spezifisch geschützt. Dazu wird das Recht auf Homeoffice oder ein gleichwertiger Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung für besonders gefährdete Personen eingeführt. Für gefährdete Personen in Berufen, in denen die Schutzbestimmungen nicht umgesetzt werden können, muss der Arbeitgeber die betroffenen Arbeitnehmenden unter voller Lohnzahlung von der Arbeitspflicht befreien. In diesen Fällen besteht ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz.

Quarantäne: Keine Quarantäne für Geimpfte und Genesene

Genesene sind für sechs Monate von der Kontaktquarantäne und der Reisequarantäne ausgenommen. Weil auch Geimpfte die Krankheit nicht in relevantem Masse weiter übertragen können, sind sie neu ebenfalls während sechs Monaten von der Kontaktquarantäne und der Reisequarantäne sowie von der Testpflicht und der Pflicht zur Angabe der Kontaktdaten bei der Einreise ausgenommen. Voraussetzung ist eine vollständige Impfung mit einem in der Schweiz oder durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassenen Impfstoff. Auch Personen unter 16 Jahren werden von der Reisequarantäne und der Testpflicht bei der Einreise ausgenommen. Die Ausnahmen von der Reisequarantäne und von Testpflicht gelten nicht für genesene und geimpfte Personen, die aus Ländern mit besorgniserregenden Virusvarianten einreisen.

Hochschulen, höhere Fachschulen, Weiterbildung: Präsenzunterricht ausgeweitet

An Hochschulen, höheren Fachschulen und an Weiterbildungsinstitutionen wird die Beschränkung auf maximal 50 Personen für Präsenzveranstaltungen aufgehoben. Voraussetzung ist ein Testkonzept und eine Genehmigung des Kantons. Es gelten keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Die Masken- und Abstandspflicht gilt weiterhin.

Restaurants: auch Innenräume wieder offen, draussen 6er-Tische

Ab 31. Mai 2021 können die Restaurants auch die Tische im Innern wieder besetzen. Es gilt: Abstand oder Abschrankung, maximal vier Personen pro Tisch, Erhebung der Kontaktdaten aller Gäste und Sitzpflicht. Auf der Terrasse sind neu Sechsertische möglich. Die Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr wird aufgehoben. Am Tisch muss keine Maske getragen werden, wer sich im Restaurant bewegt – drinnen und draussen – muss hingegen eine Maske tragen. Für das Personal gilt eine Maskenpflicht.

Öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe

Öffentlich zugängliche Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe dürfen analog zu Läden und Museen ihre Innenbereiche offen halten. Damit sind auch Zoos und botanische Gärten vollständig zugänglich. In Innenräumen muss immer eine Maske getragen und der erforderliche Abstand eingehalten werden. Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen dürfen wieder öffnen. Es gelten einheitlich 15 Quadratmeter pro Person, die Aktivitäten dürfen ohne Maske, müssen aber mit Abstand ausgeübt werden. Dieselben Regeln gelten für Hallenbäder.

Weiterer Öffnungsschritt vor dem Sommer geplant

Weil der Öffnungsschritt Ende Mai nun grösser als geplant ausfällt, ist vor der Sommerpause nur noch ein weiterer, ebenfalls grösserer Öffnungsschritt geplant. Dies war auch ein Wunsch der Kantone. Damit können auch die Auswirkungen dieses Öffnungsschritts besser beobachtet werden und die Umsetzung der Regelung muss nicht innert kurzer Zeit mehrfach angepasst werden. Der Bundesrat schickt das nächste Öffnungspaket, das ab dem 1. Juli gelten soll, voraussichtlich am 11. Juni in Konsultation und entscheidet darüber am 23. Juni.

Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 26. Mai 2021 auch entschieden, wann und in welcher Form Grossveranstaltungen wieder stattfinden können und wie sie entschädigt werden, sollten Veranstaltungen, die von den Kantonen bewilligt wurden, aus epidemiologischen Gründen nicht stattfinden können (Schutzschirm-Regelung). Er hat nach der Konsultation seine Vorschläge angepasst. Der Öffnungsplan sieht weiterhin drei Schritte vor.

1. Schritt: Pilotveranstaltungen ab dem 1. Juni 2021 mit drinnen bis zu 600 und draussen bis zu 1000 Personen

Ab dem 1. Juni sind Pilotveranstaltungen möglich. Die maximale Anzahl Personen bei Veranstaltungen in Innenräumen beträgt 600 Personen, wie in der Konsultation vorgeschlagen. An Pilotveranstaltungen im Freien können bis 1000 Personen teilnehmen anstatt 600 wie ursprünglich geplant. Pro Kanton können fünf anstatt drei Pilotveranstaltungen durchgeführt werden. Damit die ersten Pilotveranstaltungen so rasch wie möglich bewilligt werden können, tritt die entsprechende Verordnung morgen Donnerstag umgehend in Kraft. Bei Veranstaltungen im Freien wird die Maskenpflicht am Sitzplatz aufgehoben.

2. Schritt: Grossveranstaltungen ab dem 1. Juli 2021 mit drinnen 3000 und draussen bis 5000 Personen

Ab dem 1. Juli sind Grossveranstaltungen wieder möglich. Die maximale Anzahl Personen bei Veranstaltungen in Innenräumen bleibt, wie vorgeschlagen bei 3000 Personen. Draussen dagegen können Grossveranstaltungen mit Sitzpflicht und zwei Drittel der Kapazität entgegen dem Vorentwurf neu mit maximal 5000 anstatt 3000 Personen stattfinden. Für Veranstaltungen im Freien mit Stehplätzen, etwa für Openairs, sind maximal 3000 Personen zugelassen, bei halber Kapazität und mit Maske.

Der Einlass an Grossveranstaltungen ist auf vollständig geimpfte, von Covid-19 genesene oder ein negatives Testresultat vorweisende Personen beschränkt. Dabei soll, sobald verfügbar, das Covid-Zertifikat zur Anwendung kommen.

3. Schritt: Grossveranstaltungen ab dem 20. August 2021 mit bis zu 10000 Personen

Ab dem 20. August können Grossveranstaltungen mit maximal 10000 Personen stattfinden. In Innenräumen gibt es keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Bei Veranstaltungen im Freien mit Sitzpflicht soll zudem auf eine Zuschauerbegrenzung verzichtet werden. Der dritte Schritt ist eng mit dem Eintritt in die Stabilisierungsphase verknüpft, wenn alle impfwilligen Personen geimpft sind.

Schutzschirm: Franchise und Selbstbehalt reduziert

Um die Durchführung von Anlässen mit überkantonaler Bedeutung zu unterstützen, hat das Parlament in der Frühlingsession 2021 mit dem neuen Art. 11a im Covid-19-Gesetz einen «Schutzschirm» für die Veranstaltungsbranche eingeführt. Damit können Publikumsanlässe geplant werden, noch bevor klar ist, ob die epidemiologische Lage eine Durchführung erlaubt. Bund und Kantone beteiligen sich an den ungedeckten Kosten für Veranstaltungen, die aufgrund der epidemiologischen Lage abgesagt oder verschoben werden müssen.

Bedingung für eine Entschädigung ist, dass der Kanton den betroffenen Publikumsanlass bewilligt und ihn zusätzlich dem Schutzschirm unterstellt hat. Weitere Bedingungen sind unter anderem ein Besucherkreis, der über den Kanton hinausgeht, in dem die Veranstaltung stattfindet sowie die Teilnahme von mindestens 1000 Personen pro Veranstaltungstag.

Der Veranstalter trägt pro Veranstaltung von den ungedeckten Kosten eine Franchise von 5000 Franken und vom verbleibenden Betrag einen Selbstbehalt von 10 Prozent. Der Bundesrat hat nach der Konsultation Franchise und Selbstbehalt reduziert. Sofern die Kantone die Hälfte der ungedeckten Kosten übernehmen, zahlt der Bund die andere Hälfte. Die Kostenbeteiligung von Bund und Kantonen beträgt pro Veranstaltung höchstens 5 Millionen Franken. Die Regelung gilt für Veranstaltungen zwischen dem 1. Juni 2021 und dem 30. April 2022. Für die Umsetzung muss in den meisten Kantonen noch eine Rechtsgrundlage geschaffen werden.

Medienmitteilung des Bundesrates vom 26. Mai 2021.

Verordnung des Bundesrates vom 26. Mai 2021.

Übersichtsgrafik.

 

Lagebericht der Taskforce Culture zu Kultur in Zeiten von Corona

Taskforce Culture – Medienmitteilung vom 25.05.2021

Kultur in Zeiten von Corona: Ein kurzer Lagebericht

Für die meisten Kulturschaffenden und -unternehmen erlauben die gegenwärtigen Rahmenbedingungen nach wie vor keine künstlerisch oder finanziell tragbaren Veranstaltungen. Deshalb erwachen erst ganz kleine Teile der Schweizer Kultur-Branche aus dem künstlichen Koma. Auch wenn wir etwas mehr Licht am Ende des Tunnels sehen, ist es wichtig, jetzt auch die mittel- und langfristige finanzielle Unterstützung zu sichern, damit die kulturelle Vielfalt in der Schweiz erhalten bleibt. Ein Stolpern auf der Zielgeraden wäre fatal.

Auch nach den ersten bereits umgesetzten Öffnungsschritten bleibt es in Sachen Kultur weitgehend ruhig: Zwar finden hier und dort Lesungen, kleine Konzerte mit sitzendem Publikum, Kinovorstellungen oder Performances statt, aber von einer normalen Situation ist die Kulturbranche weit entfernt. Die gegenwärtig gültigen wie auch die am 12. Mai angekündigten Rahmenbedingungen mögen epidemiologisch nach wie vor angezeigt sein, sie sind aber gleichzeitig viel zu restriktiv, als dass Kultur auch nur halbwegs normal stattfinden könnte. Grossmehrheitlich bleiben die Türen damit weiterhin geschlossen. Wenigstens etwas Abhilfe schaffen könnte, wenn die Personenobergrenzen dynamisch den Kapazitäten der Spielstätten angepasst würden und der Bundesrat seine Beschlüsse künftig mit mehr Vorlaufzeit fassen würde, damit sich Veranstaltende, welche die Auflagen umzusetzen haben, in der Lage sind, sich vorzubereiten.

Es ist unklar, wie viele Kulturbetriebe schliessen mussten und wie viele Kulturschaffende sich bereits beruflich neu orientiert haben. Das ganze Ausmass dürfte erst in einigen Monaten oder Jahren klar werden. Hier sind professionelle Analysen der vorhandenen Daten und allenfalls weitere Erhebungen notwendig. Es braucht ein fachlich kompetentes Monitoring dieser Entwicklung, um die nötigen politischen Entscheide treffen zu können. Dabei muss die Bewahrung der kulturellen Vielfalt wie auch der Erhalt eines vielfältigen, kulturellen Lebens (Laien und Profis) das Ziel sein. Bei weitem nicht alle entgangenen Einnahmen konnten durch die Unterstützungsmassnahmen kompensiert werden, aber Kurzarbeit, Corona- Erwerbsersatz, Nothilfe sowie Ausfallentschädigungen leisteten in zahlreichen Fällen einen substanziellen Beitrag. Dieses Bündel an sich ergänzenden Instrumenten ist nun gleich doppelt in Gefahr.

Zwei für die Kultur eminent wichtige Herausforderungen stehen nämlich in den nächsten Wochen an: Die vom Bundesrat beantragte Erhöhung des Rahmenkredits für die Kultur-Unterstützungsmassnahmen in der Sommersession sowie das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz.

  1. Einerseits haben die Kantone klar und deutlich signalisiert, dass die für die Kultur bereitgestellten Gelder weitgehend aufgebraucht sind; ohne zusätzliche Mittel entfielen die überlebenswichtigen Zahlungen.

  2. Andererseits ist die gesetzliche Grundlage, die die verschiedenen Unterstützungsmassnahmen überhaupt ermöglicht, durch das Referendum vom 13. Juni in Gefahr. Sollte das Gesetz abgelehnt werden, fielen sämtliche Hilfeleistungen per 25. September weg – maximale Ungewissheit zu einem Zeitpunkt, an dem die Kulturbranche unabhängig von der dannzumal bestehenden epidemiologischen Lage noch lange nicht zurück in der Normalität sein wird.

Es wäre kultur- und finanzpolitisch äusserst widersprüchlich und kontraproduktiv, durch Ablehnung der Krediterhöhung oder des Covid-19-Gesetzes insgesamt, die temporäre Lebensader vorschnell zu durchtrennen. Die Schweizer Kulturbranche und damit verbunden unzählige Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung in Milliardenhöhe würden fahrlässig aufs Spiel gesetzt.

 

Covid-19: Neuerung bei Ausfallsentschädigungen – kantonales Gesuchsportal offen bis 31. Mai 2021

Update in Vorbereitung.

Für Kulturschaffende: Gesuche betreffend finanzielle Schäden im Zeitraum 1. Mai bis 31. August 2021 sind voraussichtlich ab Anfang September 2021 bis zum 30. September 2021 wieder möglich.

Für Kulturunternehmen: Gesuche betreffend finanzielle Schäden im Zeitraum 1. Mai bis 31. August 2021 können ab Anfang September bis zum 30. September 2021 eingereicht werden.

 


Archiv

Vom Freitag, 7. Mai bis Montag, 31. Mai 2021 ist das Gesuchsportal des Kantons Zürich geöffnet, über das freischaffende und selbstständige Kulturschaffende für pandemiebedingte Ausfälle finanzielle Unterstützung beantragen können. Achtung: für Kulturunternehmen endet die Eingabefrist für die Periode von Januar bis April bereits am 15. Mai 2021.

Selbstständige und freischaffende Kulturschaffende können ihre Gesuche nicht mehr über das pauschalisierte Zürcher Modell abwickeln, weil der Bundesrat dies ablehnte. Dennoch hat der Kanton Zürich Vereinfachungen bewirken können, die per sofort zur Anwendung kommen:


Selbständige Kulturschaffende
können ab Freitag, 7. Mai 2021 Unterstützung für die Monate Februar bis April 2021 beantragen. Als Basis für die Berechnung ihres Ausfalls dürfen sie neu das beste der drei Vor-Corona-Jahre (2017 bis 2019) als Vergleichsjahr heranziehen (massgeblich sind die Steuererklärungen dieser Jahre). Der maximale Netto-Ertragsausfall ist auf 6100 Franken pro Monat begrenzt (80% von 7800 Franken). Achtung: Die Eingabefrist endet am 31. Mai 2021.


Freischaffende Kulturschaffende
können ab Freitag, 7. Mai 2021 Unterstützung für die Periode November 2020 bis April 2021 beantragen. Sie dürfen sich für die Schadensberechnung künftig auf das versicherte Einkommen der Arbeitslosenversicherung stützen. Achtung: Die Eingabefrist endet am 31. Mai 2021.


Kulturunternehmen
können Gesuche ab sofort einreichen. Die Gesuche sind grundsätzlich rückwirkend einzureichen, d.h. der Schaden muss zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bereits eingetreten sein. Davon ausgenommen sind Gesuche betreffend finanzielle Schäden in den letzten Wochen des Schadenszeitraumes im November und Dezember 2021. Für Kulturunternehmen gelten folgenden Eingabefristen:

15. Mai 2021: Gesuche betreffend finanzielle Schäden im Zeitraum 1. Januar bis 30. April 2021

30. September 2021: Gesuche betreffend finanzielle Schäden im Zeitraum 1. Mai bis 31. August 2021

30. November 2021: Gesuche betreffend finanzielle Schäden im Zeitraum vom 1. September bis 31. Dezember 2021


Die offiziellen Informationen des Kantons Zürich zu Corona-Hilfen im Kulturbereich finden Sie hier >>>