Kultur als Kern der Zivilgesellschaft

Die Kultur ist der Boden, auf dem die Zivilgesellschaft, also auch die Demokratie, abgestüzt ist. Denn der Dialog findet hier statt: In der Literatur, im Theater und im Film, aber auch in der Malerei und in der Musik. Kultur ist so auch langlebiger als die politischen Themen. Wenn Kultur demnach langfristig prägt, soll sie auch gefördert werden.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen «Kunst», die Förderung verdient und «Kitsch», der Unterstützung nicht nötig hat, zu diffenenzieren. Der «Kunst» ist eigen, dass sie immer ein Geheimnis zurückbehält; das gilt für ein Buch, das auch bei wiederholter Lektüre neue Inhalte erschliessen lässt, oder ein Theaterstück, dass immer wieder etwas Neues offenbaren kann, beim Film, der Musik und der Malerei ist das analog. Beim «Kitsch» hingegen ist gleich alles klar, es gibt nichts Neues mehr zu entdecken. Damit sperrt sich «Kunst» oft auch gegen ein sofortiges Verständnis – und soll dennoch gefördert werden, auch wenn das paradox erscheint.
Wo soll nun der «Kult» hier eingeordnet werden? Diese Spielart erhebt oft den Anspruch, dass, wer ein Kultobjekt nicht vertsteht, von Kultur nichts versteht. «Kult» ist mit einem solchen autoritären Anspruch nicht hinterfragbar, nicht kritisierbar. Was man verstehen müsste aber doch nicht versteht, verdient denn auch die Förderung nicht.

Damit ist es sehr schwierig, die Kulturförderung auf der politischen Bühne zu beurteilen. Vielleichgt sind es gerade die kleineren Werke, die bescheiden daherkommen, die eine Förderung
verdienen und nicht unbedingt jene, die mit grosser Publizität daherkommebn. Die Kulturförderung kann somit durchaus auch den Trends entgegenlaufen.