Die inhaltlichen Forderungen von Pro Kultur Kanton Zürich.

1. Breitenkultur in den Gemeinden und Regionen fördern 

Sowohl die kulturelle Tradition als auch die kulturelle Innovation der Laienkultur soll in den Gemeinden und Regionen gefestigt werden, damit Breitenkultur lokal und dezentral gestärkt wird. 

2. Professionelles Kulturschaffen in den Regionen fördern 

Die Produktionen von professionellem Kulturschaffen wie zum Beispiel Theater, Tanz, Musik, Literatur oder Ausstellungen der Hochkultur sollen sich nicht allein auf die Städte Zürich und Winterthur konzentrieren, sondern auch in den grösseren regionalen Zentren möglich sein, ebenso Uraufführungen und mehrtägige Vorstellungen. In Bezirkszentren und engagierten Gemeinden soll die Entstehung von Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Produktionslokalitäten mit professioneller Infrastruktur und Leitung ermöglicht werden, damit Gastspiele künftig mit weniger aufwendigen Auf- und Abbauarbeiten verbunden sind. 

3. Dezentrale Strukturen und Austausch fördern 

Über dezentrale Strukturen sollen professionelle Kulturschaffende stärker mit anderen Arbeits- und Gesellschaftsfeldern zusammengebracht werden, um über den Austausch gegenseitig von Impulsen zu profitieren. Zur gemeindeübergreifenden Förderung der Hochkultur sollen experimentelle und prozessorientierte Projektformate berücksichtigt werden. Es soll ein multidisziplinärer Austauschpool für Know-how und Infrastruktur aufgebaut werden. Dieser versteht sich als gemeinschaftlich von Profis und Laien organisiertes Kompetenzzentrum zur Vernetzung. 

4. Nichtkommerzielle Bereiche fördern 

Nichtkommerzielle Bereiche der Kunst und Kultur schaffen demokratische Verhandlungsräume für alle Altersstufen und Sozietäten. Förderung soll in Bezug auf Kunst- und Kultursparten neu gedacht werden, damit künstlerisches und kulturelles Tun mit individueller Teilhabe im nichtkommerziellen Bereich weiterentwickelt werden kann. 

5. Soziale Sicherheit für Kulturschaffende fördern 

Von Kanton und Gemeinden gesprochene Fördergelder müssen es ermöglichen, den Kulturschaffenden die von den Berufsverbänden empfohlenen Honorare zu bezahlen, damit in ausreichendem Mass die Sozialversicherungsbeiträge für die Risiko- und Altersvorsorge der ersten Säule entrichtet sowie Rückstellungen für die zweite und dritte Säule getätigt werden können. Dies bewirkt, dass die betreffenden Kulturschaffenden dereinst weniger auf Ergänzungsleistungen angewiesen sein werden. 

6. Neue Sparten und Bereiche fördern 

Es ist eine deutliche Erweiterung der Förderung neuer und neu entstehender Bereiche ins Auge zu fassen wie beispielsweise Games, Design, Virtual Reality und weiterer. Die engen Abgrenzungen zwischen Sparten sowie zwischen der Hoch- und der Breitenkultur sind zu überdenken und langfristig aufzulösen.

7. Generationenübergreifende Kulturprojekte fördern 

Die gemeinsame kulturelle Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für den generationenübergreifenden Zusammenhalt soll stärker gewichtet werden. 

8. Kulturelle Bildung fördern 

Die kulturelle Bildung und die Förderung von Kulturprojekten in den Volksschulen, Berufs-, Fach- und Hochschulen sind zu stärken. 

9. Inklusion fördern 

Projekte anderer Kulturen und von Kulturschaffenden mit Migrationshintergrund sind zur Stabilisierung, Demokratisierung und Sicherung des sozialen Friedens unserer Gesellschaft stärker zu berücksichtigen. Auch der Aspekt der Vielfalt der Geschlechter sowie Genderfragen sind vermehrt einzubeziehen. Ausserdem ist der Einbezug von Menschen mit Beeinträchtigungen stärker zu gewichten. 

10. Kulturberichterstattung sicherstellen 

Die qualitative und auch die quantitative Kulturberichterstattung leiden unter der Medienkonzentration der grossen Verlagshäuser. Sie beschränkt sich zunehmend auf Blockbuster und Mainstream. Die Sichtbarmachung und Reflexion des kulturellen Schaffens ist zu gewährleisten über eine unabhängige Plattform oder über die Förderung der medialen Kulturberichterstattung, die auch kleinere Projekte, Ausstellungen und Aufführungen sowie unbekannte Personen berücksichtigt. 

Detailliertes Factsheet von Pro Kultur Kanton Zürich > (Ausgabe Juli 2019, Aktualisierung folgt)